Besser schlafen trotz Stress - so findest du erholsame Nächte

Schlafprobleme durch Stress? Diese Tipps helfen berufstätigen Frauen, besser zu schlafen – auch bei vollem Alltag.

Stress ist einer der häufigsten Gründe für schlechten Schlaf. Doch Schlaf ist die Grundlage für Leistungsfähigkeit,  ausgeglichene Hormone und mentale Stärke.

 


Warum Stress den Schlaf stört

Das ist ein natürlicher Prozess. Es geht um das Zusammenspiel zweier Hormone.  Stress erhöht das Cortisol im Körper – und das blockiert die natürliche Melatonin-Produktion. Hierdurch bleibt der Körper im Alarmmodus und kann nicht zu echter Entspannung finden. Die Funktionsweise im Überblick:

Cortisol – das „Aktivierungs- und Stresshormon“

  • Steigt bei Stress

  • Hat einen natürlichen Tagesrhythmus:

    • hoch am Morgen → Aufwachen, Leistungsfähigkeit

    • niedrig am Abend/Nacht → Voraussetzung für Schlaf

  • Dauerhaft erhöhte Cortisolwerte = chronischer Stress

Melatonin – das „Schlafhormon“

  • Ausschüttung beginnt bei Dunkelheit

  • Signalisiert dem Körper: „Es ist Nacht, Zeit zu schlafen“

  • Fördert Einschlafen, Tiefschlaf und Regeneration

Typische Stress-Schlaf-Spirale:

  1. Psychischer oder körperlicher Stress

  2. Cortisol hoch (auch abends)

  3. Melatonin niedrig

  4. Einschlafprobleme / flacher Schlaf

  5. Schlechte Regeneration

  6. Noch höhere Stressanfälligkeit am nächsten Tag

Fazit:

Ein geringes Stresslevel am Abend ist entscheidend für erholsamen Schlaf und so kannst du es erreichen:

 


1. Feste Schlafzeiten

Ein stabiler Rhythmus ist entscheidend.  Setze dir eine feste Zeit, um ins Bett zu gegen. Am besten du lässt dich zumindest am Anfang durch eine ruhige liebevolle Musik daran erinnern, dass es Zeit ist, dein Tagewerk hinter dir zur lassen und du dich in deine wohlverdienten Kissen fallen lassen kannst. Wähle den Zeitpunkt mit Bedacht, damit er langfristig Bestand hat und sich zur echten Abendroutine entwickeln kann.  Er sollte dir einerseits ausreichend Zeit für einen erholsamen Schlaf lassen (am besten 8 Stunden) und anderseits deinen Feierabendaktivitäten genügend Raum bieten.  Überlege ggf. ob du nicht auf ein paar Aktivitäten verzichten kannst, wenn dein  Feierabend zu überladen ist. Weniger ist hier oft mehr. Fokussiere dich neben dem notwendigen Alltagskram  auf einige wenige Freizeitaktivitäten, die dir wirklich am Herzen liegen. Qualität statt Quantität sollte dein Motto sein, wenn du wirklich runter kommen möchtest.

Was bei mir gut funktioniert hat: den Zeitpunkt des Zu-Bett-Gehens im Kopf als Belohnung zu programmieren. Ich darf alles hinter mir lassen und mich in mein schönes Bett kuscheln. Dementsprechend habe ich mein Schlafzimmer auch liebevoll dekoriert mit beruhigenden Farben und sanftem Licht. Auch auf schöne Bettwäsche lege ich Wert. Eine angenehme Haptik und gedämpfte Farben signalisieren mir: fühl dich wohl, du hast es dir verdient. Außerdem liegt auf meinem Nachtisch ein kleines Büchlein mit Gute-Nacht-Sprüchen. Wie auf ein liebes Betthupferl bin ich jeden Abend gespannt auf diesen kleinen entspannenden Gedanken. 

 


2. Schlafumgebung optimieren

  • Für regenerativen Schlaf halte dein Schlafzimmer vollkommen dunkel. Auch die kleinsten Lichtpunkte wie Stand-by-Anzeigen oder ein Nachtlicht halten das Gehirn im Alarmmodus und verhindern damit die vollkommene Entspannung. Echte Verdunkelungs-Vorhänge oder -Jalousien für die Fenster sind ein must.
  • Die Schlafumgebung sollte kühl sein. Im allgemeinen werden 17 Grad empfohlen. Aber das ist natürlich sehr individuell. Wichtig ist, dass zwischen  deiner Wohnzimmertemperatur und deiner Schlafzimmertemperatur ein spürbarer Unterschied von ein paar Grad besteht.
  • Ein ruhiges Schlafzimmer ist essenziel für tiefen Schlaf. Geräusche aktivieren den Alarmmodus des Gehirns und lassen den Körper niemals vollständig zur Ruhe kommen. Wenn du nicht das Glück hast, in einer natürlich ruhigen Umgebung zu schlafen, könnte ein Sleepbud etwas für dich sein.  Gute Produkte  vereinen passive und aktive Geräuschunterdrückung, sodass Umgebungsgeräusche wie beispielsweise Schnarchen oder Straßenlärm deinen Schlaf nicht mehr stören. Mir hat folgendes Produkt geholfen:

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3. Magnesium am Abend

Unterstützt Muskelentspannung und Nerven.

Magnesium kann am Abend den Schlaf fördern, aber es wirkt nicht wie ein klassisches Schlafmittel. Vielmehr unterstützt es natürliche Prozesse, die zur Entspannung beitragen und das Einschlafen bzw. die Schlafqualität verbessern können:

1. Aktivierung des parasympathischen Nervensystems
Magnesium hilft, das „Ruhe-und-Verdauung“-System (parasympathisch) zu aktivieren, was Körper und Geist beruhigt.

2. Regulation von Neurotransmittern
Es unterstützt die Wirkung von GABA (einem beruhigenden Neurotransmitter) und kann helfen, Nervensystem und Muskelspannung zu beruhigen.

3. Melatonin-Produktion
Magnesium spielt eine Rolle bei der Produktion und Steuerung von Melatonin, dem Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert.

4. Muskuläre Entspannung
Da Magnesium wichtig für die Muskelentspannung ist, kann es besonders hilfreich sein, wenn Muskelverspannungen oder nächtliche Wadenkrämpfe deinen Schlaf stören.

 


🕐 Wann und wie einnehmen?

  • Zeitpunkt: Etwa 30–60 Minuten vor dem Zubettgehen ist ein sinnvoller Zeitraum, um die entspannungsfördernden Effekte zu nutzen.

  • Dosierung: Häufig werden 100–200 mg am Abend empfohlen, wenn Magnesium gezielt für Schlaf und Entspannung eingesetzt wird (empfohlene Tagesmenge generell bei ca. 310–420 mg/Tag bei Erwachsenen).

  • Mit Essen: Die Einnahme mit etwas Nahrung kann die Verträglichkeit und Aufnahme verbessern.

⚠️ Hinweis: Über 350 mg/Tag aus Nahrungsergänzungen können Nebenwirkungen wie Durchfall oder Magenbeschwerden verursachen.


💊 Welche Magnesium-Form ist am besten geeignet?

Nicht alle Magnesium-Verbindungen sind gleich gut für den Schlaf:

🌙 Top-Empfohlene Formen
  • Magnesium Glycinat (oder Bisglycinat):
    Sehr gut absorbierbar und besonders beruhigend, da Glycin selbst eine entspannende Aminosäure ist.

  • Magnesium L-Threonat:
    Dringt gut in das Gehirn ein und kann die Schlafqualität besonders tiefgehend unterstützen.

  • Magnesium Citrat:
    Gut aufgenommen und entspannend, aber kann bei höheren Dosen abführend wirken.

🧪 Weniger geeignet für Schlaf-Zwecke
  • Magnesium Oxid:
    Niedrige Bioverfügbarkeit und eher abführend – wird meist nicht für gezielte Schlafunterstützung empfohlen.


📌 Wichtig zu wissen

✅ Magnesium kann besonders hilfreich sein, wenn du ohnehin einen niedrigen Magnesium-Status hast.
❌ Es wirkt nicht bei allen Menschen gleich stark und ist keine Garantie für schnellen Schlaf wie ein pharmazeutisches Schlafmittel.
👉 Bei schweren oder anhaltenden Schlafproblemen sollte immer mit einem Arzt gesprochen werden.


Kurz zusammengefasst:
Ja, Magnesium kann am Abend helfen, die Entspannung zu fördern und das Einschlafen zu erleichtern – vor allem in gut absorbierbarer Form wie Magnesiumglycinat oder Magnesium L-Threonat.

Möchtest du, dass ich dir konkrete Dosierungsempfehlungen für verschiedene Situationen (z. B. Einschlafen vs. Durchschlafen) gebe?

 
 

 

 

 

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4. Abendliches Nervensystem-Reset

Kurze sanfte Dehnübungen (kein Sport!) entspannen Muskeln und Nerven und lösen Verspannungen. Besonders wirksam im Nacken- und Schulterbereich. 

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, ist Yin Yoga vielleicht etwas für dich. 

Was ist Yin Yoga?

    • Stille, passiv gehaltene lange Posen (typisch 3–5 Minuten, oft bis 10)

    • Fokus auf tiefer Entspannung (neben Bindegewebe, Faszien, Gelenke)

    • Meist sitzende/liegende Haltungen, Muskeln entspannt, Druck im Bindegewebe

    • Langsamer Atem, ruhige Umgebung, oft Meditation am Ende

  • Wie wirkt Yin Yoga?

    • Nervensystem: beruhigender, parasympathischer Fokus (Entspannung und Regeneration), Stressabbau

    • Fasziendruck: sanfter Reiz verbessert Durchblutung und Mobilität
    • Tiefenentspannung: fördert Achtsamkeit, Geist beruhigen

    • Gelenke: passives Dehnen reduziert Muskelüberlastung

  • Geeignet für:

    • Alle, besonders bei Stress, Verspannungen, Schlafproblemen oder langsamer Regeneration.

    • Anfänger:innen und Menschen mit Schlafproblemen und / oder Gelenkbeschwerden.

Für mich hat der Yin-Yoga online-Kurs am besten gepasst. Er hat mich da abgeholt, wo ich stand: bei Null. Er hat mich bequem zuhause an die Hand genommen und mich sanft durch sein entspannendes Programm geführt. Mit seinen Übungen überwiegend im Sitzen oder Liegen kam er mir sehr entgegen, da ich nicht besonders sportlich bin. Neben totaler Entspannung habe ich zudem ganz nebenbei von verbesserter Durchblutung und Gelenkigkeit profitiert.
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5. Schlafroutine statt Zubettfallen

Immer gleiche Abfolge → schnelleres Einschlafen.

Nach meiner Erfahrung ist es sehr effektiv, wenn man den Körper ein bis zwei Stunden vor dem Zu-Bett-Gehen mit einem entspannenden Ritual auf den Schlaf vorbereitet:

Als erstes werden alle Bildschirme abgestellt - PC, Fernseher und auch das Handy. Keine Nachrichten mehr, kein Scrollen. Dann in einer entspannten Position - ggf. mit ruhiger Musik - langsam eine Tasse Kräutertee genießen, z.B. Lavendel, Melisse, Kamille. Er sollte mild duften und angenehm im Geschmack sein, sinnliches Signal: loslassen, die Wohlfühlphase beginnt. 

Anschließend aktives Relaxen, z.B. entspannende Musik hören mit geschlossenen Augen, ein schönes Buch lesen (oder als Hörbuch) mit leichtem Inhalt, der gute Laune macht oder ein warmes Bad nehmen mit entspannender Duftnote wie z.B. Lavendel oder Sandelholz.

 


6. Stress nicht mit ins Bett nehmen

Abendliche Entlastungsübungen sind entscheidend.

In Schweden habe ich ein einfaches Ritual kennen gelernt, das Grübeln aus dem Bett verbannen kann. Meine schwedische Freundin stellte sich  jeden Abend vor, dass sie ihre Sorgen in die sorgsam vor dem Bett abgestellten Hausschuhe steckt, bevor sie zu Bett geht.  Und dann sagt sie laut: "Gute Nacht liebe Sorgen, bis Morgen!" und kuschelte sich in ihre Laken. Erst habe ich geschmunzelt. Aber dann wurde mir klar, so simpel dieses Ritual auch anmuten mag,  es ist genial um den Kopf vor dem Schlafen frei zu bekommen.  Man macht sich auf fast kindliche Art und Weise bewusst, dass Probleme im Bett nichts zu suchen haben  und der nächste Tag der richtige Zeitpunkt ist, sich Ihnen wieder zu widmen.

Für mich, die es gerne etwas handfester mag, funktioniert ein Abendjournal gut. In diesem schreibe ich mir alles von der Seele, was mich tagsüber belastet hat.  Auch eine To-do-Liste für den nächsten Tag kann helfen, den Kopf zu entlasten. So brauchst du an nichts mehr denken und keine Angst haben, etwas Wichtiges zu vergessen. 

Hier kannst du dir mein Abendjournal ansehen. Mir hat besonders gut gefallen, dass es die Spalte "Morgen zu erledigen" enthält, d.h. es ist Abendjournal und To-do-Liste in einem:

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7. Einschlafhilfe nutzen

Gerade bei hohem Stresslevel hilfreich.

Ich kenne Phasen, in denen der Stress so übermächtig wurde, dass ich weder Zeit noch Motivation hatte, eines der oben angeführten Entspannungsrituale  durchzuführen.

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Fazit

Guter Schlaf trotz Stress ist möglich – mit den richtigen Gewohnheiten und kleinen Helfern.